Bergseetauchen
Bei Tauchgängen in Bergseen muss berücksichtigt werden, dass der Luftdruck auf Bergseehöhe womöglich erheblich unter dem Luftdruck auf Meereshöhe liegt. So beträgt der Luftdruck in 2.000 m Höhe durchschnittlich 0,8 bar. In 30 m Tiefe herrscht hier ein Umgebungsdruck von 3,8 bar im Gegensatz zu 4,0 bar im Meer.
Für die N2-Sättigung und -Entsättigung während eines Tauchgangs sind die relativen Veränderungen des Umgebungsdrucks wichtig, nicht die absoluten Druckänderungen, weil die relativen Konzentrationsunterschiede zwischen Lunge, Blut und Geweben die Diffusionsgeschwindigkeiten bestimmen.
Ist beim Tauchen im Meer der Druck in 30 m Wassertiefe gleich dem 4-fachen Umgebungsdruck an der Oberfläche, so ist diese Relation im Beispiel-Bergsee bereits in 24 m Wassertiefe erreicht.
Bei gleicher Tauchgangslänge entsprechen die relativen Druckveränderungen eines Tauchgangs im Meer auf 30 m Tiefe also einem Bergseetauchgang auf 24 m Tiefe. Entsprechend sind in dem o.g. 24 m-Beispiel-Tauchgang die Dekovorschriften eines Meerestauchgangs auf 30 m Wassertiefe anzuwenden.
Analog zur Berechnung der entsprechenden Bergsee-Tauchtiefe müssen auch die Tiefen der ggf. einzuhaltenden Deko-Stufen auf die Druckverhältnisse in 2.000 m Höhe umgerechnet werden. Ein 3 m Deko-Stop im Meer entspricht hier einer Tiefe von 2,4 m, ein 6 m Stop müsste in 4,8 m Tiefe durchgeführt werden.
Streng genommen müsste auch die vorgeschriebene Aufstiegsgeschwindigkeit von 30 m auf 0 m im Meer auf die im Bergsee kürzere Distanz von 24 m auf 0 m umgerechnet werden.
|